• Spiel

    Theater in der Spielpause

    Ohne Kunst ist still geworden: Theater, Konzerthäuser und Opern sind in der Spielpause. Ich sitze am Schreibtisch in meiner Berliner Wohnung und habe kalte Füße. Aus meiner Winterjacke lugt ein angebrochener Schokoriegel hervor – ich lasse mich verführen und bin plötzlich sehr motiviert. Heute werde ich mich mit der Nachbereitung von „Asta! Asta! Asta!“ beschäftigen.

    Vor zwei Monaten liefen die letzten Vorstellungen auf Hiddensee. Aus der heutigen Perspektive – ein reines Wunder! Weder der frische Wind noch die Mückenwolken konnten unsere Zuschauer daran hindern, sich in das Leben von Asta Nielsen, voller Gegensätze, Humor und Selbstironie, einzutauchen. Als Open Air Veranstaltung mussten wir uns zwar an den angemessenen Abstand halten, die leuchtenden Gesichter im Publikum aber konnten wir maskenlos sehen. Auch der Austausch nach dem Spiel war bereichernd und die Freude, im Theater sein zu können („endlich mal Kunst!“) war riesengroß.

    Seit paar Wochen wurde es still. Theater geschlossen, Konzerte abgesagt, Singen verboten. Man diskutiert, wer als Erster geimpft werden soll. Man fragt sich, wie es mit der Wirtschaft weitergeht und ob der neue amerikanische Präsident es drauf haben wird. Wir hoffen, dass unsere Eltern gesund bleiben, unsere Kinder weiter in die Kita und Schule gehen. Wir machen uns fit für die digitale Welt. Auch die Theaterproben finden per Zoom statt, zumindest unsere.

    Heute vor zwei Monaten stand ich auf dem Balkon im Asta Nielsen Haus. Die Schlussszene. Ich sage ein Gedicht auf, das Asta Nielsen kurz vor ihrem Tod im Jahr 1972 geschrieben hat. Das Gedicht heißt „Woraus besteht das Leben eines Künstlers“. Darin vergleicht sie paradoxe Beziehungen: Künstler – Menge, Künstler – Geld, Künstler – Form. Zwei Strophen dieses Gedichtes gehen mir nicht aus dem Kopf:

    …aus einer Zeit, da die Nation den Künstler zugrunde gehen lässt
    und einer, da ohne den Künstler die Nation verdirbt…“

    Am Ende jeder Vorstellung, kurz vor dem Applausausbruch, kullern schwere Tränen über mein stark geschminktes Gesicht. Ich bete, dass es nicht dazu kommen wird.

  • Spiel

    Warum Asta Nielsen?

    „Schon die Reise hierher erschien mir wie ein Märchen…“

    Asta Nielsen

    Warum ein Theaterstück über Asta Nielsen?

    Im März 2019 gönnte ich mir spontan eine Woche Urlaub auf Hiddensee. Nach einer unkomplizierten Buchung, kam ein Prospekt per Post mit drei blauen Wertmarken. Auf der einen stand „Asta Nielsen Haus“. Der Name kam mir bekannt vor, doch wer genau diese Person war, konnte ich auf Anhieb nicht sagen. Ein paar Tage später stand ich vor dem runden weißblauen Haus, in der Hoffnung meine Neugier zu stillen. An der Eingangstür begrüßte mich ein weißer Zettel mit den Worten: wegen Krankheit zu„.

    Ich ging um das geschlossene Gebäude, atmete den frischen Wind ein, sah über das Feld zum Hafen hinüber und fragte mich, ob das hier schon immer so war. Ob dieses Gefühl der Ruhe und Freiheit zeitlos wäre? Wer waren diese Menschen, die hier schon vor hundert Jahren die Sommer verbrachten? Was haben sie vom Leben erwartet? Welche Sorgen und Hoffnungen hatten sie? Von diesen Fragen beflügelt landete ich auf „Asta Nielsen“ Seite bei Wikipedia.

    Eine halbe Stunde später bestellte ich ihre Autobiografie. Danach sah ich mir mehrere YouTube Videos in schwarz-weiß an. Asta Nielsen: der erste weibliche Filmstar, die neue emanzipierte Frau, weltberühmt und weltvergessen. Als ich in „Die Schweigende Muse“ über ihre Nachmittagsgesellschaften auf Hiddensee las, packte mich die Lust, die Stimme der Stummfilmdiva hörbar zu machen. Mein Schauspielensemble in Berlin begeisterte sich auch dafür. Ein Jahr später probten wir das Theaterstück „Asta!Asta!Asta!„, das am 9. September 2020 Premiere hatte.

    • Hast du den Namen Asta Nielsen schon gehört?
    • Hast du schon einmal einen Stummfilm gesehen?
    • Was haben die erste Filmdiva und Netflix gemeinsam?

    Ich freue mich über deine Antworten und Reaktionen!
    Abonniere meinen Blog und begleite mich während der Spielpausen!

     

     

  • Stimme

    Chips vorm Sprechen? Unbedingt!

    Diesen Rat wirst Du niemals von einer Stimmtrainerin hören. Denn Chips, begleitet von Nüssen, Schokolade & Co, gehören auf die Schwarze Liste. Zumindest, wenn es ums Sprechen vorm Publikum geht. Letzten Samstag hatte ich die schwierigste Aufgabe meiner jungen Sprecherin-Karriere und ich muss gestehen: ich hätte sie ohne „Geriffelt mit Sour Cream“ nicht hinbekommen.

    Vorgeschichte

    Ich lag im Bett und zählte alle möglichen Gründe auf, warum ich diese Audio Aufnahmen doch lieber verschieben sollte:

    • Ich hatte eine 4 stündige Theaterprobe hinter mir (Schwitz)
    • Eine Wohnung-Aufräum-Aktion ( wo kommt dieses Zeug nur her?)
    • Einen Familien-Wocheneinkauf mit Kind (nie wieder am Samstag)
    • Kind ins Bett bringen (Bloß nicht selbst einschlafen!)
    • Eine Diskussion darüber, wer was bestimmen darf und warum (mäßig erfolgreich)

    Ein gesunder Menschenverstand wäre an dieser Stelle sofort eingeschlafen. Der berühmte Satz von Scarlet O’Hara  (Ich werde morgen darüber nachdenken) hätte die letzten Schatten des schlechten Gewissens verjagt. Doch dann kam das ominöse Wort Deadline und rüttelte mich wach aus dem Halbschlaf.

    Eingebung

    Um das Computer Programm und mich selbst hochfahren zu können, brauchte ich dringend irgendetwas Motivierendes, Unvernünftiges und Genussvolles – ich sah den Familien Wocheneinkauf in der Küche schlummern. Meine Hand griff unbeirrt zu „Geriffelt mit Sour Cream“.

    Die Vorstellung, dass ich eine Packung Chips:

    • Nach 22 Uhr
    • Ganz allein
    • In der Dunkelheit

    vertilgen werde, und niemand aus meiner Familie wird es je erfahren, versetzte mich in eine euphorische Stimmung.

    Während der Aufnahmen hatte ich viele spontane Ideen. Nach 2-3 Takes grinste ich zufrieden mein Mikro an. Und da ich schon völlig in einem kreativen Prozess steckte, bastelte ich noch ein Lesezeichen für einen Freund und schrieb das ganze hier mit der Hand auf. Warum?

    Message

    Es gibt Do’s und Don’ts und es gibt Stimme und Stimmung.
    Ohne die letztere wirst Du niemals andere begeistern und mitreißen können. Keine ausgefeilten TED-Talk Tricks werden Dich zum Speaker Rockstar machen, wenn du müde, apathisch oder verärgert auf der Bühne stehst.

    Bring Dich in Stimmung!
    Mach etwas, was Du sonst nie machen würdest!
    Bereite Dir selbst eine Freude!

    Und dann kannst Du raus gehen und sprechen!

    – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

    Wie bringst Du Dich in gute Stimmung?
    Schreib in die Kommentare!

    Bist Du bereits in Stimmung für das erste kostenlose Beratungsgespräch?
    Dann hier, bitte 🙂

     

     

  • Stimme

    Kompetente Wirkung durch schnelles Sprechen?

     

    „Julia, muss ich schnell sprechen, um kompetent zu wirken?“ – fragte mich neulich ein Kunde während des Stimmtrainings. „Ich habe es so in einem Buch gelesen“. Ob ich damit einverstanden wäre. Oha, er hat es so in einem Buch gelesen. Müsste dann stimmen, oder? Schließlich hat sich der Autor bestimmt paar Gedanken darüber gemacht. Blöderweise hatte ich das genannte Buch nicht dabei und konnte nicht nachgucken, wie genau es geschrieben war. Es ist letztendlich auch egal. Denn was im Kopf hängengeblieben ist (zumindest bei meinem Kunden): schnelles Sprechen = Kompetenz. Und nein, ich bin damit keineswegs einverstanden.

    Hier kommen 3 Gründe für mein „Nein“:

    Grund 1: 

    Schnelles Sprechen ist in bestimmten Situationen von Vorteil. Mir fällt da sofort eine Gerichtsszene aus The Devil’s Advocate ein. Bei einer Power Point Präsentation wäre es wiederum nicht so angebracht. Bei einem Kundengespräch genauso wenig.

    Vor ein paar Jahren erwischte mich ein Stromanbieter am Telefon. Ich höre mir so was zwischendurch gern an, um zu schauen, wie Leute trainiert werden. Ab dem Moment, wo die Stimme nur Daten und Fakten runtergerattert hat, konnte ich nicht mehr aushalten. Sie haben mich als potenzielle Kundin für immer verloren.

     

    Grund Nummer eins

     

    Wenn wir überzeugen wollen, sprechen wir oft schneller. Doch wie schnell ist dieses „schneller“:  1,6  oder 0,33 Sekunden? Leider kenne ich noch keine App, die ein maßgeschneidertes  Tempo für eine kompetente Rede vorgibt. Und überhaupt: von welcher Situation ist die Rede? Wollen wir überzeugen? Informieren? Wissen vermitteln? Motivieren und begeistern? Oder wollen wir verhandeln?

     

    Grund 2: 

    Schnelle Motorik ist nur eine Komponente unserer Persönlichkeit.
    Mein Körper, meine Ausstrahlung, meine Gedankendramaturgie, mein Kontakt zu den Zuhörern  – wenn das alles stimmt, kommen meine Sätze in einem natürlichen Fluss raus.

     

    Grund Nummer zwei

     

    Wenn Körper und Worte nicht übereinstimmen, bin ich als Zuhörer überfordert. Und werde eher der Körpersprache mein Glauben schenken. Sprechen ohne Punkt und Komma wird uns da nicht weiterbringen.

     

    Grund 3:

    Wenn Du „X“ willst, dann musst Du „Y“ machen – bei solchen Sätzen werde ich immer skeptisch.
    Ein Frühstücksei wird auf 9 bis 39 Wegen zubereitet. Wie kann es also eine Formel für alle Menschen geben, wenn es um kompetente Wirkung geht?

    Grund Nummer drei

    In vielen Trainings wird der Wenn → Dann Satz benutzt:

    • wenn Du mit einem Witz beginnst…
    • wenn Du nur links von der Mitte stehst…
    • wenn Du Deinen Arm so bewegst…

    Leere und „gemachte“ Public Speaking Tricks werden schnell erkannt. Vielleicht hast Du schon einen Specher erlebt, dem „ganz spontan“ etwas einfallt. Wie hat er auf Dich gewirkt? Für mich sieht es nach einem einstudierten Fahrplan aus…

    Kompetente Wirkung

    Kompetent zu wirken ist grundsätzlich eine tolle Sache. Und gerade für Führungskräfte ein Muss. Ich würde mich am Anfang eher fragen, wie wirke ich generell?

    • Wie nehmen mich meine Freunde, meine Familie und Menschen im Supermarkt wahr?
    • Mit welcher Körperhaltung sitze ich im Online Meeting?
    • Wie grüße ich jemanden auf der Straße?
    • Wie halte ich meinen Kopf, wenn ich durch IG scrolle?
    • Wie stehe ich beim Zähneputzen?

    Die scheinbar unwichtige Gewohnheiten prägen unser Verhalten. Und in Stresssituation (Sprechen vorm Publikum) verfallen wir in festgefahrene Muster. Da kann ich noch so viele Bücher über Persönlichkeitsentwicklung lesen  – wenn ich mich selbst nicht kenne, kann ich meine Wirkung schlecht beeinflußen. 

    So viel zum Thema Kompetente Wirkung durch schnelles Sprechen.
    Nächste Woche treffe ich den Kunden wieder – dann weiß ich, welches Buch er gemeint hat. Bis dahin wünsche ich Dir schöne Gedankenbögen und Mut zur  Pause!

    Was bedeutet „Kompetente Wirkung“ für Dich?
    Hinterlass mir einen Kommentar!

    …………………………………………………………………………………

    Seit Jahren beschäftige ich mich mit Stimme und Ihrer Wirkung. 
    Warum ich diese Arbeit so liebe erfährst Du in diesem Artikel.

    Wünschst Du Dir mehr Wirkung und Freiheit beim Sprechen?
    Schreib mir eine Nachricht und vereinbare ein kostenloses Erstgespräch mit mir! 

    Wir lesen uns bald, stay safe and sound!

    Julia

     

     

     

     

  • Persönliches

    Ein anderer Muttertag

    Als Russin den Muttertag am 9. Mai zu feiern fühlt sich merkwürdig an.
    Dieses Datum ist so tief in meiner Familiengeschichte verwurzelt, dass es gar keinen Platz für etwas anderes gibt. Seit ich mich erinnern kann gab es an diesem Tag große offizielle Feierlichkeiten mit Orchestermusik und roten Nelken. In der Schule lauschte ich ehrfürchtig den Geschichten der Befreiung und malte Bilder mit der Überschrift „Nie wieder Krieg“. Bei meinen Großeltern gab es dann „Tee mit was Kleinem“. Die Erzählungen von „damals“ wurden mit schwarz-weiß Fotos und schnell abgewischten Tränen begleitet.

    Damals kannte ich nur die Geschichten von meinen Groß- und Urgroßvater: wie sie beide gekämpft und es bis nach Berlin geschafft haben. Und, wie sie als Sieger nach Hause zurückgekommen sind. Die Geschichte meiner Oma wurde verschwiegen. Dass sie drei Jahre im Arbeiterlager bei Rathenow verbracht hatte, erfuhr ich erst mit sechzehn. Im gleichen Alter marschierte meine Oma zusammen mit anderen jungen Mädchen Richtung Westen. Voller Hoffnung endlich eine Arbeit zu bekommen und mit Geld zurückzukehren….

    am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park

     

    Der Muttertag am 9. Mai…. Ich sitze auf dem Boden im Kinderzimmer und versuche die zerschlagene Feuerwehrstation wieder zusammenzusetzten. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich heute nicht zum Treptower Park fahren kann. „Nicht so schlimm“, sagt mein Fünfjähriger, „dann spiele ich eben mit Andril“.

    Letztes Jahr war ich an diesem Tag mit meinem Sohn am Sowjetischen Ehrenmal. Wer hier am 9. Mai zufällig seine Jogging Runde macht, wird in eine andere Dimension fallen. Es gibt Orchestermusik und rote Nelken. An keinem anderen Ort höre ich so viel Russisch wie hier. Im Schatten der Statue werden schweigend Plastikbecher geleert. Man trinkt, um nicht zu vergessen.

    Ich bekomme heute viele Nachrichten. „Alles Liebe zum Muttertag“ steht nur auf Deutsch geschrieben.

  • Stimme

    Warum ich Stimmarbeit liebe

    Warum ich Stimmarbeit liebe? Diese Frage stellte ich mir bei der Challenge „BoomBoomBlog“ von Judith Peters aka Sympatexter. Um die Antwort zu finden, musste ich mich mit meiner eigenen Geschichte auseinandersetzten. Mit meiner Kindheit, meinem Beruf, meinem Leben. Was ist Stimmarbeit? Was hat sie mit unserer Identität zu tun? Besitzen wir alle eine Superpower? Bist Du neugierig geworden? Dann viel Spaß beim Lesen!

    Meine Geschichte

    Ich wurde von Ärzten als taubstumm abgestempelt. Gleich nach der Geburt. Doch die Diagnose stimmte nicht ganz. Die ersten zwei Jahre litt ich unter großen Ohrenschmerzen. Ich schrie ununterbrochen und bekam täglich Behandlungen. Fünf Jahre später sang ich im Kindermusical. Zwölf Jahre später spielte ich Klavier. Zwanzig Jahre später sprach ich drei Sprachen. Heute spiele ich Theater und gebe Stimmtraining. Ich beschäftige mich mein ganzes Leben lang mit Stimme.
    Allen Ärzten zum Trotz.

    Ich mit 3,5 Jahren

    In meiner Kindheit wurde immer gesungen und erzählt: Gute-Nacht-Geschichten von meiner Oma. Selbstgeschriebene Gedichte von meinem Opa. Ich wurde von der singenden Stimme meiner Mutter geweckt und in den Schlaf gewogen. Mit meinem Papa sang ich „Beatles“ und „Deep Purple“. Wenn die Großfamilie mit dem Abendessen fertig war, gab es Gesang als Nachtisch. Von meiner Oma angestimmt sang Jung und Alt russische Volkslieder. Einfach so. Ohne Begleitung und Liederbücher.
    Mit neun bekam ich eine schlimme Erkältung. Ich verlor meine Stimme. Mein Gefühl der Machtlosigkeit war so groß, dass ich dachte, ich musste sterben. Ich stellte mich vor, ich wäre Ariel, die Meerjungfrau. Und die böse Hexe hätte meine Stimme gestohlen. Nach paar Wochen ging es mir dann besser. Meine Stimme war wieder bei mir. Ich konnte meine Wünsche und Pläne mitteilen, mitdiskutieren und singen. Ich konnte wieder ich sein.

    Warum ich Stimmarbeit liebe? Weil ich in Verbindung mit mir selbst bin.

    Stimme und Wahrheit

    Be-stimmt!

    „Ich habe Dich an Deiner Stimme erkannt“, hörte ich neulich.
    Klar, Stimme ist unsere Eigenmarke. Sie ist eng mit unserer Persönlichkeit verbunden. Unsere Stimme spiegelt unsere innere Welt wieder und bringt unsere Emotionen zum Ausdruck. Ein lächelndes Baby, ein flauschiges Kätzchen und ein Lieblingssong rufen automatisch stimmliche Reaktionen hervor.
    Oder auch nicht.
    In unserer Kindheit lernen wir uns anzupassen. Wir lernen brav zu sein, damit wir das bekommen, was wir brauchen. Das wahre Ich zu zeigen wird zur Mutprobe. Denn wir werden oft dafür bestraft. Oder bekommen im besten Fall keine Süßigkeiten. Wir sprechen mit einer zu hohen oder zu tiefen Stimme. Wir lernen leise zu sein. Und nicht zu weinen.

    Mein wahres Ich?

    Und dann sagen wir Sätze wie „Ich kann meine eigene Stimme nicht hören“ oder „Ich mag meine Stimme nicht“. Wir können uns nicht akzeptieren. Wir sind uns selbst fremd. Wir kennen nur das Angepasste, und das erscheint uns dann als nicht stimmig.
    Und jetzt kommen die drei „W“-Fragen:

    1. Wie können uns andere annehmen, wenn wir uns selbst ablehnen?
    2. Wie können wir andere überzeugen, wenn wir selbst zweifeln?
    3. Wie können uns andere vertrauen, wenn wir uns verstellen?

    Ich liebe Stimmarbeit, weil es um das Wahre geht.
    Wie bei einer Liebeserklärung. 100 % und volle Kanne.
    Ich liebe es zu sehen, wie Menschen zu ihrem wahren Kern wiederfinden. Wie sicher und kraftvoll sie dem Leben gegenüber treten.

    Stimme und Superpower

    Die Superpower

    2018 bin ich zurück in Russland mit meinem 2-jährigen Sohn. Er ist überfordert, müde und schreit wie am Spieß. Kuscheln hilft nur mäßig, Erklärungen gar nicht. Meine Schwester fängt an zu singen. Es ist ein leises Wiegenlied, das ich nicht kenne. Das Kind gibt paar Schluchzer vor sich hin. Zehn Sekunden später schläft es friedlich in meinem Arm. Warum bin ich nicht selbst darauf gekommen?
    Es gibt unzählige Märchen, in denen Zaubersprüche oder Gesang eine entscheidende Rolle spielen. Auch im wirklichen Leben scheint Stimme magische Kräfte zu besitzen. Wir sagen:

    • Ich bin verzaubert von ihrer Stimme!
    • Wie heißt das Zauberwort?
    • Du bist eine Pferdeflüsterin!

    Stimme als Superpower? Ja! Unsere Stimme ist da, um uns zu tragen, zu beschützen und zu ermutigen.
    Wenn ich nachdenke, summe ich.
    Wenn ich nicht weiterweiß, singe ich das berühmte Dori-Lied („einfach schwimmen…“)
    Wenn ich mich freue, hört das die ganze Nachbarschaft.
    Wenn ich traurig bin, singe ich Liebeslieder.
    Wenn ich Geburtstag habe, sitze ich am liebsten mit Freunden und Familie am Feuer. Und wir singen. Stundenlang. Oft sind das ausgedachte Songs, die die momentane Stimmung beschreiben. Ein besseres Geschenk kann ich mir nicht vorstellen.

    Gemeinsam singen

    Wenn ich eins mit meiner Stimme bin, kann mir nichts passieren. Weder beim Public Speaking noch an der Kasse im Supermarkt. Sie ist meine Superpower. Sie ist immer bei mir.

    Warum ich Stimmarbeit liebe? Weil Stimme eine Superpower ist.
    Mit der Stimme verbinden wir uns mit den anderen. Wir erzählen, überzeugen, lieben und streiten mit ihr. Diese Superpower ist immer da. Wir müssen sie nur aktivieren.

    Was ist Stimmarbeit?

    Aufnahmen für „InnerJoy“

    „Stimmarbeit? Ist das sowas wie Stimmtraning?“ – ja, aber nicht nur. Wir können uns natürlich auf Lautbildung, Artikulation und Melodieführung fokussieren. Doch es steckt viel mehr dahinter. „Freeing the natural voice“ sagte Kristin Linklater. Die natürliche Stimme befreien. Das ganze Potenzial der Stimme nutzen . Nach Kristin Linklater kommen wir mit einer Stimme zur Welt, die alle Emotionen ausdrücken kann und einen Umfang von bis zu 4 Oktaven hat.
    „Aber Julia, ich bin doch keine Künstlerin“, höre ich von einer Kundin, „ich habe gar kein Bedürfnis nach Selbstausdruck!“ Ist das wahr? Oder wurde dieses Bedürfnis früher immer unterdrückt? Ich kenne kein Baby, das nicht lautstark seine Bedürfnisse kundgibt. Die Freude an der Mitteilung bei einem Kleinkind ist überschwänglich. Es ist in uns drin. Wir müssen es nur (wieder)finden. Und ja, es hat sehr viel mit Kontrolle abgeben zu tun.

    • Was ist meine natürliche Stimme?

    Mit dieser Frage beginnt das schönste Abenteuer namens Stimmarbeit.

    Nach einem Online Training (2020)

    Warum ich Stimmarbeit liebe? Weil ich andere bei deren Entwicklung unterstützen kann. Eigene Ideen werden bei der Gruppendiskussionen verteidigt. Direkte Kommunikation wird zum Freund. Wir leben unsere Wahrheit, verzaubert und kraftvoll.

    BoomBoomBlog Challenge

    Warum ich Stimmarbeit liebe? – diese Frage wird mich ab jetzt immer beschäftigen.
    Danke an Judith Peters für den Anstoß. Und auch an meine Mentorin Susanne Eggert , ohne die ich niemals Stimmtrainerin geworden wäre.
    Fortsetzung folgt.

  • Persönliches

    Monatsrückblick Februar 2021: Frost, Flow, Freude

    Frost, Flow, Freude – mit diesen Worten kann ich meinen Februar beschreiben. Mit Winterlust und Kaltsinnigkeit. Und meinem Lieblingswinterwort – „frostüberzuckert“.

    Februar Frost

    Schneezauber in Berlin-Kreuzberg

    „Wann bin ich das letzte Mal Schlitten gefahren?“ – Jetzt kann ich diese Frage problemlos beantworten. Berlin war seit Jahren wieder schneeweiß und frostüberzuckert. Als ich die ersten Schlitten in der Hasenheide sah, konnte ich mich über die Kitaschließung nicht mehr ärgern. Ungefähr zwei Wochen lang bin ich mit meinem Sohn täglich den Hügel runtergefahren, lachend und schreiend. Voller Lebensfreude und Dankbarkeit für diesen besonderen Moment. Das knirschende Geräusch unter meinen Füßen hat mich in meine Kindheit zurückversetzt. Schnee, Sonne und Bewegung machen mich einfach glücklich – wahrscheinlich mein genetisches Gedächtnis 🙂

    Landwehrkanal in Berlin

    Und ich war nicht die Einzige, die grinsend durch die Gegend lief. Massenglücksgefühl konnte auch die Polizei nicht zerstören. Ob es um den Mindestabstand in der Hasenheide oder um das Lebensrisiko auf dem Landwehrkanal ging. Die angestaute Lebensfreude musste einfach raus. Und ich träume jetzt schon davon, meinen Sohn zum Eis Hockey Training zu bringen. Dann könnte ich vielleicht wieder auf den Schlittschuhen stehen.

    Februar Flow

    Mein Bujo im Februar

    Als die Schneeschicht 10 cm hoch war, habe ich auf die Pause-Taste gedrückt. Ich wollte mit der Natur im Einklang sein und nicht eine Sache nach der anderen im Eiltempo abarbeiten. Was keineswegs heißt, dass ich nicht produktiv war. Ganz im Gegenteil. Ende Februar blickte ich auf:

    • Angebot von „innerjoy“ Ich bin russische Stimmer der Meditationsapp! Ich freue mich riesig! Kann kaum abwarten mit den Aufnahmen zu beginnen!
    • ExpertenArtikel How to „der, die das“mein erster Artikel auf Englisch. Für alle meine ehemaligen Stundenten.
    • AKGBerlinSocial Media und Content. Im März beginnt meine Zusammenarbeit mit der Internationalen Akademie für Kommunikation und Gesundheit. Ich freue mich auf die neuen kreativen Konzepte und tolle KollegInnen!

    Februar Freude

    Natur, Bücher und Kunst. Ohne diese Dinge könnte ich nicht leben. Diesen Monat verbrachte ich einen zauberhaften Tag am Schlachten See – mein Kraftort zu jeder Jahreszeit.

    Am letzten Schneetag habe ich einen „Schnee-ctopus“ mit meinem Sohn gebaut – das Produkt eines Misserfolgs, das als Grundlage für jeden Kreativität-Workshop dienen kann.

    Zwei Tage später hatten wir das erste Picknick des Jahres – genau da, wo die Fangarme des Schnee-ctopus geschmolzen waren.

    Abends las ich das Buch von Joel Dicker „Die Geschichte der Baltimores“unglaublich schön und ergreifend. Achtung – Suchtgefahr!

    Zwischendurch habe ich noch eine Postkarte entworfen – meine Liebe zu Papier kennt keine Grenzen! 🙂

    Und weiter?

    Im März beginnt meine Minimalismus Challenge. Die Idee habe ich von Judith Peters aka Sympatexter übernommen. Meine Co-Bloggerin Svenja Lehmann wird mich dabei unterstützen. Ich hoffe, ich halte durch! 🙂

    Mein BuJo Cover

    Ich möchte mich im März auch mit Design Thinking beschäftigen.
    Und natürlich neue berufliche Aufgaben meistern!
    Wir lesen uns in ein paar Wochen wieder!

  • Sprache

    How to „der, die, das“

    Are you learning German? Then I have a question for you: what do you struggle with most? Is it verb conjugation? Cases and prepositions? Irregular verbs? Or is it „der, die, das“? Over the last ten years of teaching German I’ve seen that grammatical gender is the biggest annoyance for German language learners. I constantly hear: How to learn der, die das? Do you think about it, before you say something? The moon is masculine? What?! It makes no sense!

    I feel your pain. Especially in the beginning it’s so confusing and seemingly arbitrary. And it’s everywhere – whether you want to order a coffee or talk about your work, it’s exhausting. That’s why some German learners develop the following strategies:
    1) ignore these three possibilities entirely;

    2) don’t care, if they use the wrong one; 3) pronounce all three at the same time.

    If this is you, you need some new strategies.

    The start

    One of my students used once the word „Problem“ with the feminine article. First, I thought it was just a slip of the tongue. Five minutes later, he said it again. Two times in one sentence. I was curious:
    – Sam, did you say „die Problem“?
    – Yes,
    in English I say „the problem“ … „the“ and „die“ sound similar to me.
    Sam’s brain refers to his mother tongue while speaking German – a typical case of linguistic interference, even if „the“ shows no grammatical gender.

    Where’s the problem?

    – Sam, the German word „Problem“ is neuter, „das“Problem“.
    Oh I see, „das Problem“, alles klar!
    Then he continued his speech, which ended with:
    – Das war die Problem!

    Well, the real problem was:
    Sam’s brain got the right information, but he used the wrong pattern while speaking. How could I help him? If you google „how to learn der, die das“ you’ll see the overview of the rules ( e.g.: words with „-schaft are always feminine, like „Freundschaft or „Leidenschaft). Something like this is a great help, if you’re making an exercise. I observe my students looking at these nouns tables saying „Argggg … I knew it! Words with „-ung“ are always feminine. But why did I write „mein Wohnung“ instead of „meine„?“

    My answer is: „To know how to do something doesn’t mean to be able to do it.“

    „Wissen“ ist nicht gleich „können“

    If I say a sentence „Meine Wohnung ist schön“ my brain doesn’t work like:
    „Wohnung“-ung feminine „meine Wohnung“
    but rather like this:
    „Wohnung“ → „meine Wohnung“
    This is also what we call to speak fluently, without extra „thinking steps“.
    How to get there?

    Strategy Nr.1 – a group of nouns

    Build a group of nouns with the same gender considering the following:

    • only 3 nouns
    • only 1 „new“ noun
    • nouns from your daily usage with an emotional connection

    das Haus – das Kind – das Problem

    This is an example of how I’d anchor the german word „das Problem“ in my brain.
    I take two words with the neuter grammatical gender I already know, and embed my „problem“-word in this group. Since I have a child das Kind (1) and work a lot from home das Haus (2), I cannot write my article „How to „der, die, das“ on time, and this is a real problem das Problem (3).

    What is your association with das Problem ?
    Is it das Auto and das Wetter ? Or maybe das Bad and das Wasser ?
    Just take an actual situation and build your own group of nouns!

    Strategy Nr.2 – phrases

    Don’t learn words – learn phrases!

    I wish you a good day!

    I bet one of your first sentences in German was „Guten Tag!“.
    You probably didn’t think about such things as masculine grammatical gender, the accusative or declension of adjectives. You just heard this phrase thousands times and started to imitate it. Otherwise your brain would go:
    1)The noun „Tag“ is masculine 2)„der Tag“ 3)The adjective „gut“ + the noun „Tag“ 4) „guter Tag“ 5)„guter Tag“ in the accusative 6)„guten Tag“ 7) Now I can say „hello“ in German!

    What a long way, isn’t it? I found this Blog article from FluentU very helpful if you want to learn more german phrases. Also, try to filter the phrases you hear in the supermarket or in a Netflix movie. Train your ears and start to imitate. Which brings me to:

    Strategy Nr.3 – say it!

    Imagine you are at the coffee shop. The aroma of freshly ground coffee beans makes you feel happy and motivated. Finally it’s your turn. You follow your impulse saying loud: Ich hätte gern ….. but then you experience something that I call a speechless moment:

    • you stop breathing
    • your eyes get big
    • your are „frozen“

    „How was it again? Der Kaffee or das Kaffee or even die? And wasn’t it something with the accusative or whatever they call it? If only I could see this table with the nouns again!“

    Learning by doing

    I assume, your first thought would be to switch back to English, right? In the short term it’s a good strategy to get your hot drink. But this won’t bring you closer to your real goal, which is to speak German. My advice: don’t run away from the real language experience! Maybe you’ll feel silly and wish everyone around would disappear. But this is a big learning moment! First of all, take a breath and shake yourself out, your speechless moment will pass. Then:

    1) Take a guess or
    2) Ask for help

    In our situation in the coffee shop you could take a guess like:
    1) Ich hätte gern ein Kaffee, bitte / Ich hätte gern einen Kaffee, bitte / Ich hätte gern eine Kaffee bitte

    Or ask for help, saying:
    2) Entschuldigung, ist das „der, das oder die Kaffee“?

    I promise, you’ll get a reaction in both cases, and will never forget the right phrase again! Why? Because you are in the ideal learning situation: in a physical place (coffee shop), with a special need (you want to drink coffee), and an emotional connection (e.g. drinking coffee makes you happy).

    At the end

    Use these three strategies together. Just try it for the next two or three weeks. You’ll develop a new habit, which helps you to learn German (or any other language), and more importantly: to speak it! Here I could continue with the Broca’s Area or Muscle Memory , but I hope you get my point. In all three cases we need to be active, curious and brave. This is where I always say: language is a part of our life, and not a table with the rules.

    How do you deal with der, die, das? What works well for you? Do you have another strategy? Write it in the comments !

    Do you remember?

    Do you want to learn more about me and practice your German reading? Then go to this article!
    Do you have other challenges while learning German or just speaking?
    Write me a message and get your answers!

    Julia Romanova – Voice and Language Coach

  • Persönliches

    Monatsrückblick Januar 2021: Der Startschuss ist gefallen!

    Im Januar will ich gar nichts tun. Außer schlafen, lesen und spazieren. Meine Batterien sind leer. Seit mittlerweile fünf Jahren laufe ich von Mitte Oktober bis zum 31.Dezember einen „Halloween-Silvester-Familienmarathon“. Geburtstagsfeiern, Laternenfest, Thanksgiving, Basteln und Weihnachtsbäckerei inklusive.  Am ersten Januar beginnt „meine Zeit“ – ausruhen, Kräfte sammeln, Pläne schmieden. Dieses Jahr stand ich außerdem vor einer wichtigen Entscheidung. Was ist der richtige Weg? Durch welche Tür soll ich gehen? Janusköpfig schaute ich nach hinten und nach vorne. Tag für Tag bekam ich mehr Klarheit. Und voi­là: am Ende des Monats haben sich die Puzzleteilchen zusammengefügt. Der Startschuss ist gefallen – jetzt geht’s los!

     

    Mein „Yeah“-Januar!

    Diesen Monat ging eine Reihe von meinen Voice Coaching  zu Ende.
    Wochenlange Fleißarbeit mündete in einem Feuerwerk von Emotionen. Veränderungen, die „nur“ durch die Stimmarbeit passieren, faszinieren mich immer wieder. An einen Moment erinnere ich mich ganz besonders. Ein Teilnehmer hat am Ende einer Session fast geweint. „Julia, ich wusste nicht, dass mein Name so schön klingen kann!“. Ein Wort, das wir jahrzehntelang hören. Ein Wort, das für uns so selbstverständlich ist wie ein „Hallo“. Mein Coachee war überglücklich, einen Klang für den eigenen Namen gefunden zu haben, der seine volle Persönlichkeit widerspiegelt. Ohne sich verstellen zu müssen. Mit einem klaren „Ja“ zu sich selbst.

    Mein Whiteboard

    In meinem Sprachcoaching Programm habe ich seit Januar eine besondere Konstellation: eine Mutter mit zwei Teenager-Kids, die ich auf die B1- Prüfung vorbereite. Homeoffiice, Homeschooling und dann auch noch zusammen Deutsch lernen? Als dritte Fremdsprache? Chapeau! In den ersten drei Lernwochen gehen wir die Basics durch: sich vorstellen, Zahlen, deutschsprachige Länder, Einkaufen. Eine What’sApp Nachricht oder ein kurzes Video von meinen Lernern zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Denn ich weiß: Es arbeitet in ihnen. Deutschlernen wird langsam zur Routine. Wobei ich sage: Sprachen kann man nicht lernen, man muss sie erleben. Doch im Gegensatz zu Kindern haben Erwachsene bereits einen Tisch oder einen Apfel „begriffen“. Wie sollen nun diese Wörter in einem nichtdeutschsprachigen Kopf landen?

    Das ist doch ganz klar, oder?

    Ich kenne das Problem. Schließlich musste ich das auch lernen: Deutsch ist meine Zweitsprache. Und genau deswegen weiß ich genau, was sich in der linken Hemisphäre abspielt. Nach mittlerweile zehn Jahren DaF-Erfahrung habe ich eine hübsche Kollektion an Strategien gesammelt, die den Lernern helfen soll, sich die wunderbare Deutsche Sprache anzueignen. Und damit es kein Geheimnis bleibt, arbeite ich gerade an einem Artikel für „Medium“. Diesmal allerdings auf Englisch.

    Und das ist auch ein „Yeah“-Januar Moment für sich. Dass ich überhaupt schreibe. Nach der Jahresrückblick- Challenge von „Sympatexter“ war bei mir die Luft raus. Meine Schreibroutine schmolz mit dem ersten Januarschnee dahin. Und dann hatte ich die Idee von Co-Blogging mit Svenja Lehmann, die ebenfalls bei der Challenge dabei war. Was für ein Gewinn! Ich hätte diese Zeilen ohne dich nicht schreiben können, liebe Svenja. Danke für deine Unterstützung und soziale Kontrolle 🙂

    Mein „Nee“-Januar

    Apropos, Kontrolle! Die hätte ich auch gern beim Joggen. Es hat so gut angefangen und dann… Seit der dritten Januarwoche haben meine Joggingschuhe kein Sonnenlicht gesehen. Wenn man zu der Jahreszeit in Berlin überhaupt von der Sonne sprechen kann (sieh unten).

    Aufwärmen auf dem Dach

    Um mein Gewissen zu beruhigen, rede ich mir ein, auch ohne Joggen genug Bewegung zu haben (stimmt natürlich nur bedingt). Mitte Januar fielen auch die Fahrradfahrten in die Kita weg. Dann kam noch der Schneematch und später auch noch die Rutschgefahr. Ist doch klar, dass ich da nicht joggen gehen kann, oder?

    Mein „Soul“-Januar

    Eine meiner Ausreden heißt auch noch: gut für die Seele – gut für den Körper. Das stimmt jetzt aber wirklich, nicht? Selbstgebackene Waffeln, Musik, malen und Eichhörnchen füttern – was gibt’s schöneres im Januar?

    Familienkino – „Soul“ (Pixar)

    Heimkino natürlich! Mit selbstgemachtem Popcorn (salzig, süß und süß-salzig) und warmer Decke.
    Wie wäre es mit einem Animationsfilm?
    – Ja! Lasst uns „Soul“ gucken!

    Einverstanden!

    Schneezauber in Berlin Kreuzberg

    Und dann über Nacht wurde alles weiß! Meine russische Kinderseele lacht und zieht den halb verschlafenen Sohn raus aus der Wohnung. Schnell, bevor er wieder schmilzt! Die weiße Schicht bleibt tatsächlich das ganze Wochenende über liegen. Mit blauem Himmel und zarten Sonnenstrahlen. Ich bin auf einmal wieder fünf und lasse Schneeflocken mein Gesicht kitzeln.

    Mein Buch des Monats

    Was meiner Seele noch gut tut, ist das Lesen. Im Winter und überhaupt. Am 1. Januar habe ich die ersten Seiten von „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ (Joël Dicker) verschlungen. In den folgenden zehn Nächten konnte ich kaum schlafen. Die Geschichte von Joël Dicker hat mich gepackt. Ich war auf allen 736 Seiten mit dabei. Ja, das ist ein Wälzer! Nein, am Ende wird’s nicht langweilig! Ha, jetzt weiß ich warum ich weder schreiben noch joggen konnte – der Schlafmangel!
    Pardon Monsieur Dicker, aber Sie sind der Grund für meine Faulheit.
    Ich darf einfach nicht Ihre Bücher lesen! 

    Übrigens, „Die Geschichte der Baltimores“ soll auch großartig sein.
    Hoffentlich kommt mein Päckchen schon morgen…

    Mein Bujo auf Instagram

    Wie geht es weiter?

    Gut, ich hab’s verstanden:

    • nachts sollte ich lieber schlafen
    • einen Laufpartner ins Boot holen
    • feste Zeiten zum Schreiben einplanen
    Voller Vorfreude

    Bin schon gespannt, was ich Ende Februar schreiben werde 🙂
    Der Startschuss ist gefallen.
    Jetzt einfach weiter machen.

  • Persönliches

    Mein Motto für 2021

    Das Motto für 2021 erschien wie von Zauberhand in meinem Jahresrückblick 2020. Ohne lange Überlegungen. Ganz selbstverständlich. Zweifelsfrei.

    „Du spinnst wohl?! Wie kommst du auf die Idee, dass im neuen Jahr alles wieder möglich wird? Zumindest in den nächsten sechs Monaten bleibt alles beim Altem: Corona-Vakuum gepaart mit Ungewissheit und Ellbogengrüßen.“ – Kaum wage ich einen Ausblick in 2021, meldet sich mein innerer Zensor und versucht mich zu verunsichern. Ich bin mir jedoch sicher, einen richtigen Satz gefunden zu haben.

    The sky is the limit

    Nach der entspannten und erstaunlicherweise langen Silvesterfeier ist eine Woche verstrichen. Der Käsefondue abtrainiert, Schneebälle geworfen, frühe Stunden friedlich verschlafen. Und jetzt: ran an die Arbeit! Im ersten Artikel des Jahres soll es um mein Motto für 2021 gehen.

    Mein Instagram Post am 31.12.2020

    Doch wozu brauche ich es eigentlich? Während ich die mittlerweile vertrocknete Tanne von der Lichterkette befreie, stelle ich mir 3 W-Fragen:

    Wo will ich in einem Jahr sein?
    Was ist der nächste Schritt?
    Worauf soll ich meine Aufmerksamkeit richten?

    Bis jetzt habe ich nie eine Jahresplanung gemacht. Zumindest nicht für mich. Normalerweise geht es um eine Projektplanung oder einen Lernplan für meine Kursteilnehmer. Jetzt aber steht mein Name auf dem leeren Blatt. Es geht um mich. Und um eine bewusste Entscheidung, wie ich mein Leben kreieren möchte.

    The sky is the limit – so soll es dieses Jahr gehen:

    🚀 Raus aus der Deckung
    🚀 Raus aus den Ängsten
    🚀 Raus aus dem limitierten Denken

    The sky is the limit

    Denn was mich beschränkt sind nicht die verschärften Corona Maßnahmen, sondern meine eigenen Gedanken. „Ich bin noch nicht so weit, ich muss noch dies und das lernen, zuerst muss das passieren, dann werde ich...“ und so weiter. Damit ist jetzt Schluss! Um meine Grenzen wirklich zu überschreiten, habe ich mir ein Zauberwort zugelegt: UMSETZEN.

    Mein Wort für 2021

    Jeder Scanner-Persönlichkeit geht es ähnlich wie mir: Die Mappe mit Ideensammlung wächst von Stunde zu Stunde. Ich habe einen Ordner mit Textideen, einen Ordner mit Kursideen, einen Ordner mit Drehbuchideen und einen Ordner mit Kunstideen. Den Ordner mit Schnittmustern habe ich in die zweite Reihe gestellt. Ich habe also genug gesammelt. Jetzt muss ich es auch UMSETZEN!

    Umsetzten – mein Zauberwort für 2021
    • Schreibideen umsetzen – Blogartikeln, Artikeln für „Medium“ und LinkedIn schreiben
    • Coaching-Ideen umsetzen – neue Pakete anbieten, eine neue Zielgruppe ansprechen
    • Pläne für das Theaterstück „Asta! Asta! Asta! “ umsetzten – das Stück an verschiedenen Orten anbieten, den Trailer zusammenstellen, Sponsoren finden, einen Podcast starten
    • „Fullcircle“-Regel umsetzten: ich fange keine neuen Projekte an, solange ich die ersten drei nicht abgeschloßen habe.

    Was möchte ich 2021 erreichen?

    Mit Motto und Zauberwort gewappnet will ich Ende Dezember 2021 Folgendes vorweisen können:

    • ein großes Netzwerk aufbauen
    • bei den Konferenzen als Speakerin auftreten
    • eine go-to-Person in Sachen Stimme und Fremdsprache sein
    • Online Marketing zum Freund machen
    • Videoproduktion-Profi werden
    • 1000 Followers auf Instagram
    • 36 Blogartikeln
    • 10 km Jogging-Strecke (sieh meine Jogging – Wette 2020)
    • ausverkaufte Vorstellungen von „Asta! Asta! Asta!“ auf Hiddensee im Mai und September
    • mein Jahresrückblick 2021 ( mit Judith Peters von Sympatexter)
    Ziele setzten und erreichen

    Ich werde gleich auf die Taste „Veröffentlichen“ drücken und danach aufs Gemeinschaftsdach gehen. Mit einem heißen Tee in der Hand werde ich nach oben blicken. Ich werde mir vorstellen, irgendwo in der Exosphäre fliegt meine Wunschrakete für 2021. Vielleicht aber ist sie bereits im Weltall:
    THE SKY IS THE LIMIT

  • Persönliches

    Mein Jahresrückblick 2020: Wurzeln und Flügel

    Einen Jahresrückblick habe ich noch nie geschrieben.
    Als ich den Aufruf von Judith Peters von „Sympatexter“ gesehen habe, wußte ich sofort:
    diese Challenge wäre der perfekte Abschluss für das verrückte Jahr 2020.
    Seit dem 1.Dezember
    reflektiere ich meine Highlights und Lektionen, Pläne und Wirklichkeit. Wie waren meine letzten zwölf Monate? Unten steht alles schwarz auf weiß. Eins kann ich aber schon verraten:
    Ich bin zu meinen Wurzeln zurück gekehrt und fühle meine Flügel wachsen.

     

    Inhaltsverzeichnis
     

    Asta Nielsen, Hiddensee und das ganze Theater

    Asta …. wer? In diesem Beitrag  kann man mehr darüber erfahren.
    Fakt ist: am 9.September 2020 feierte ich mit meinem Ensemble Premiere von „Asta! Asta! Asta!“ 
    Und so war es dann:

     

    Verraten Sie mir das Geheimnis Ihrer Kunst?
    – Harte Arbeit
    .

    aus „Asta!Asta!Asta!“

    Zwischendurch sehr verzweifelt und überarbeitet, aber hochmotiviert, das Openair Theaterstück dem Publikum auf Hiddensee zu zeigen:

    Unser Plakat

     

    Anfang Januar begannen die Proben. Mitte Februar wurde die Premiere auf dieses Jahr vorgezogen. Ende April wussten wir gar nicht, ob wir spielen werden.

    Urban Gad (Yuri Garate) mit Asta Nielsen (Julia Romanova)

    Selbst Anfang Juli, als wir Richtung Hiddensee fuhren, gab’s keine Klarheit.
    Doch wir waren da vorerst „nur“ für die Proben.

    Egal ob Sonne oder Regen – wir gingen Szene für Szene durch. 
    Draußen am Asta Nielsen Haus in Vitte/Hiddensee

     

    „Karusel“ – Asta Nielsen Haus auf Hiddensee

    Zurück in Berlin ging dann ans Eingemachte:
    allein für meine Rolle brauchten wir 5 Perücken, 12 Kostüme und mehrere Requisiten.
    Die sechste Textfassung wurde zum dritten Mal geändert und musste gelernt werden.
    Die Musik- und Tanzszenen saßen noch gar nicht.
    Der Dänisch-Übersetzer wurde händeringend gesucht.
    Der einzige Film mit der Stimme von Asta Nielsen musste aus Russland geschickt werden.

    Vorstellung „Asta!Asta!Asta!“ im September 2020

    Als ich bei der Premiere zu den Zuschauern blickte, sah ich paar Menschen mit Masken.
    Ich musste mich echt zusammenreißen, um nicht aus der Rolle zu fallen.
    Zwei Stunden später konnte ich meine Tränen kaum zurückhalten.
    Endszene auf dem Balkon vom „Karusel“. Das Gedicht von Asta Nielsen „Woraus besteht das Leben eines Künstlers“.

    Verwandlung

    Als die letzten Worte im Zuschauerraum nachhallten, spürte ich unsichtbare Flügel an meinem Rücken.
    Ich habe es geschafft. Ich habe mich durch unzählige Literatur, Recherche, Zweifeln, Absagen, Kritik, Proben, Tränen und Lachattacken satt gefressen und konnte nun fliegen.

    Es ist vollbracht!

    Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.
    Im Mai und September 2021 spielen wir wieder!

     

    Die Kartenreservierung ist spätestens ab April möglich. Am besten direkt beim Hafen- und Kurbetrieb Seebad Hiddensee kontaktieren. Oder mit mir in Kontakt bleiben 🙂 

    2020 – alles anders

    Mein persönlicher größter Erfolg war die Entdeckung meiner „Scanner“-Persönlichkeit. Endlich konnte ich meine Unzufriedenheit und den Wunsch nach Überforderung verstehen. Ich bin noch nicht 100% in meinem „Sweet Spot“, aber definitiv auf dem Weg dahin. Was hat sich also dieses Jahr verändert?

    Von „Off“ zu „On“
    Meine größte Veränderung des Jahres: Coaching via Zoom. 
    Erstmal wurde ich mit meinen 50 Coachees ins kalte Wasser geschmissen. Dann lernte ich auf den Wellen der Online Meetings zu surfen. Jetzt zoome ich mich ein und aus, ohne dabei den festen Boden zu verlieren.

    Nach meinem Stimmtraining

     

     

     

     

     

     

     

     

    Von außen nach innen 
    Teilweise gezwungen, teilweise ausgesucht. Dieses Jahr kam ich in den Genuss nach innen zu schauen. 
    Der Prozess der Transformation war nicht immer schmerzfrei. Die Unplanbarkeit und zwei Quarantäne haben die Sache nicht leichter gemacht.

    Stimmt noch der Rahmen?


    Aber es hat sich gelohnt, meine Talente und Stärken unter die Lupe zu nehmen. Die alte Last hinter mir zu lassen. Nach einem Reset kommt der Neustart! Ich will keine Minute mehr verlieren,  mein Wissen und meine Kunst mit der Welt zu teilen!

    • Auf der Bühne
      Nach fünf Jahren stand ich wieder auf den Brettern, die die Welt bedeuten.
      Genauer gesagt auf dem Gras. „Asta! Asta! Asta!“  wurde glücklicherweise als Openair Theaterstück konzipiert. Das Sommerhaus von Asta Nielsen auf Hiddensee war unser Bühnenbild. Kurz vor Premiere überkam mich die Panik: war das alles nicht eine Schnapsidee? Wird es den Leuten gefallen? Bin ich der Rolle der Stummfilmdiva gewachsen?
      Ich als Asta Nielsen

      Wir waren jeden Abend ausverkauft. „Endlich wieder Kunst!“ erfreute sich das Publikum.
      Jeder Abend war eine Zeitreise in die Welt, die der Heutigen gar nicht so fremd ist.
      2021 geht es weiter mit der theatralen „Karusel“-Fahrt durch das Leben von Asta Nielsen und ihren Freunden.

    • Social Media Ahoi!
      2020 – das Jahr der Weiterbildung!
      Und was liegt näher, als sich mit Social Media Marketing zu beschäftigen, wenn (fast) alles sich im Netz abspielt?

      Vor- und hinter der Kamera

      Im April begann mein Abenteuer in die Welt der unbegrenzten Möglichkeiten.
      Ich habe meine Liebe zum Content entdeckt. Und habe InterACT English auf FB mit dem Redaktionsplan und Community Management unterstützt.


    • Mein Weg zum Bloggen
      Die Devise des Jahres „Kontakte zu reduzieren“ gefiel mir gar nicht. 
      Mein Geburtstag diesen Sommer

      Ohne meine Freunde und meine Familie bin ich nur ein Halbmensch.
      Ich habe mein Leben lang mit und für Menschen gearbeitet. Öfter auch in großen Gruppen. Ein Tag, an dem ich nicht im Austausch mit Anderen bin, ist für mich ein verlorener Tag. Zuerst kam mein Bullet Journal zu Hilfe, und nun dieser Blog. Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Artikeln und Reflexionen.

    Meine Jogging – Wette


    Nur drei Wochen und kein Tag länger. Danach kann ich die Laufschuhe wieder in den Keller bringen. So war die Abmachung zwischen mir und meinem Partner, der locker zehn Kilometer joggt ohne vorher zu frühstücken.

    Generell bin ich ein sportlicher Mensch: fahre viel Fahrrad, gehe regelmäßig zum Yoga.
    Aus bekannten Gründen fielen Fahrten zum Büro und Besuche des Yogastudios weg.
    Nach drei Monaten Homeoffice verspürte ich einen extremen Bewegungsdrang und machte am 16.Mai 2020 das Unmögliche.

    „Ich kann nicht joggen! Ich bekomme Seitenstiche, Kopfschmerzen und meine Blase spielt verrückt!“ – das waren meine typischen Ausreden, wenn es ums Laufen ging.

    Und das stimmte wirklich! Zumindest bis Mai 2020.

    Wie habe ich es aber geschafft, eine Strecke von fünf Kilometern zu absolvieren?

    Das hält mich am Laufen:

    • Den richtigen Zeitpunkt erwischen: Joggen nur am Morgen? Nachmittags oder abends klappt es auch wunderbar!
    • Trinken vor dem Joggen – und die Kopfschmerzen sind weg!
    • Statistiken in der Lauf App: ich staunte nicht schlecht, als ich 3,4 km auf meinem Dashboard sah. Mehr als 1000 Meter hätte ich mir nicht zugetraut
    • „Me time“: ich renne buchstäblich weg von meiner Familie und darf nur Julia sein
    • Joggen und Lernen: so lerne ich alle meine Texte
    • Beim Joggen eine Lösung finden: ich knöpfe mir eine Frage vor und die Antwort kommt beim Laufen
    Adventsstimmung mit selbstgebastelten Sternen

    Mittlerweile haben wir Ende Dezember. Es sind deutlich mehr als drei Wochen vergangen. Meine Laufschuhe stehen immer noch griffbereit im Flur. Auch wenn ich im November nicht besonders fleißig war: Joggen gehört ab jetzt zu meinem Leben. Wette verloren… Zum Glück! 🙂

     

     

    Bullet Journal Junkie

    Mein #monthlylog für September

    Eigentlich wollte ich  Sketchnotes lernen.
    2019 habe ich an dem Workshop „Train the Trainer“ teilgenommen, geleitet von der großartigen Nina Haber – Inspiration pur! Also griff ich zum Stift und Papier, als das öffentliche Leben lahm gelegt wurde. Beim stöbern auf Pinterest bin ich auf das Buch von Ryder Carroll aufmerksam geworden. Beim Einkaufen und auf dem Weg zum Spielplatz hörte ich mir sein Audiobuch auf Spotify an. Paar Wochen später erstellte ich meinen ersten #monthlylog.

    Viele verwechseln Bullet Journal mit einem Kalender. Wie der Erfinder selbst erklärt: es geht nicht um die Organisation, sondern um Aufmerksamkeit. Die Schnittstelle zwischen WAS wir machen und WARUM wir es machen. Es gibt viele Gründe einen Bujo (Abkürzung von Bullet Journal) zu führen. Meine sind:

    • Produktivität
    • Zielsetzung
    • Tagebuch
    • Reflexion

    Meine Freunde wissen um meine Liebe zum Papier und Schreiben mit der Hand.
    Ob es um eine Geburtstagsfeier, eine Theaterproduktion, ein Arbeitsprojekt oder eine einfache Entspannung geht: ohne meinen Bujo wäre ich aufgeschmissen. 

    Ich möchte an dieser Stelle betonen: ich habe noch nie gemalt oder gezeichnet! 
    Die Ausrede „Ich bin nicht künstlerisch begabt“ wird nicht akzeptiert!
    Es ist immer ein guter Punkt mit einem Bullet Journal anzufangen, aber am Anfang des Jahres hat es eine magische Kraft! Schnell ein Notizbuch mit Pünktchen kaufen und los geht’s mit dem Jahresüberblick, Future Log, Jahresziele und Monatsübersicht für Januar! 

    Meine Jahresübersicht 2021

    Meine Vision: ein Bujo für jeden!
    Wenn Du mehr Inspiration oder Unterstützung brauchst folge mir auf Instagram
    Im nächsten Jahr gibt es mehr Blogartikeln zum Thema Bullet Journaling!
    Schreib mir in die Kommentare, wie ich Dich bei deiner Bujo- Reise unterstützen kann 🙂
    Meine Empfehlung für den Anfang: das Buch „Die Bullet Journal Methode“ von Ryder Carroll!
    Und wenn wir schon dabei sind:

    Meine Bücherliste 2020

    Hier ist meine Auslese 2020:

    Bei weitem nicht alles, was ich textlich konsumiert habe.
    Aber für den Jahresrückblick sollte es reichen!
    Die drei Reihen repräsentieren jeweils eine Kategorie.

    Warum ich ausgerechnet diese Bücher gewählt habe? Hier kommt die Antwort:

    Ganz oben: meine Vorbereitung auf die Theaterproduktion „Asta!Asta!Asta!“.
    Dazu kämen noch paar Bände über die Künstler auf Hiddensee, Geschichte von Hiddensee, Gedichte von Ringelnatz und natürlich Fachliteratur zum Thema Stummfilm und Deutsche Geschichte.

    Die schweigende Muse, (das dritte von links) die Autobiographie der Stummfilmdiva, liegt seit 2019 neben meinem Bett. Das Buch diente uns als Grundlage für das Stück und ist überall mit gelben Post-it beklebt. Um die Atmosphäre der Goldenen Zwanziger besser zu begreifen, studierte ich Vicki Baums Menschen im Hotel . Mit Renate Seydel konnte ich dieses Jahr über Ihr Buch Asta Nielsen. Ein Leben zwischen Kopenhagen, Berlin und Hiddensee sprechen, und sie bei der Premiere persönlich begrüßen.
    Das Buch über Astrid Lindgren packte ich auch dazu. Beim Lesen von Asta Nielsen. Filmgenie und Neue Frau habe ich viele Parallelen zwischen diesen Frauen entdeckt. Ganz abgesehen davon, dass ich die beiden Skandinavierinnen bewundernswert finde. Künstlerisch und menschlich zugleich. Die Liebe zu

    In der Mitte liegen Sach- und Fachbücher, die sich schon lange auf meinem Schreibtisch türmen, oder ganz frisch eingetroffen sind. Mein ständiger Begleiter ist Freeing the natural voice von Kristin Linklater – ein Muss für jeden Schauspieler und Sprecher. Die Bullet Journal Methode  ist mein Anker in stürmischen Zeiten, ebenso wie Designing Your Life (de: Mach, was Du willst. Design Thinking fürs Leben). Allen, die bei mir Stimmtraining machen, empfehle ich Die Welt ist Klang , auch wenn es keine leichte Kost ist. Von Robert McKee lerne ich, was eine perfekte Story ausmacht und wenn ihr mein #storydoing verfolgt habt, wisst ihr, dass mich Maren Hoff mit ihrem Jedes Kind darf glücklich sein  besonders beeindruckt hat. (Auf dem Foto fehlt das Buch, da ich es leider nicht finden konnte … Muss meinen Sohn fragen, er versteckt gern meine Sachen…)

     

    Die untere Reihe hat mich aus dem Alltag entführt und viele Nächte wach gehalten. Die Trilogie Gelobtes Land von Christine Heimannsberg musste ich mehrmals anfangen. Ich war schockiert und neugierig gleichermaßen. Wer sich die Frage stellt, wie wir als Gesellschaft auf dem Planeten Erde weiterleben wollen, darf sich diese Dystopie nicht entgehen lassen. Alle Bücher von Juli Zeh kann ich gleich dazu packen, nicht nur Leere Herzen. Die Werke von Isabell Allende und Julian Barnes sind Musik für meine Seele! Genauso wie die Geschichten von Judith Hermann, die ich dieses Jahr entdeckt habe. Den Satz „Wer die Musik kennt, kann nicht unglücklich sein“ aus Wer ist Martha? von Marjana Gaponenko habe ich dieses Jahr oft zitiert. Und „je mehr Sprachen du sprichst, umso menschlicher wirst du“ steht für sich.

    Hast eins von diesen Büchern gelesen? Oder hast du eine Empfehlung für mich?
    Schreib es mir in die Kommentare! Ich freue mich über jede Anregung! 

    Pandemische Chroniken einer Mutter

    Mit Mundschutz in der S-Bahn

    Die zwei Corona-Wellen haben mich sehr herausgefordert und Einiges gelehrt.
    Am 30.März wurde ein Artikel auf LinkedIn von mir veröffentlicht mit dem Titel 3 Tipps for #wfh with Toddler . Naiverweise glaubte ich damals, der ganze Wahnsinn wär bald zu Ende. 

    Zeig mir deine Kraft!

    Doch weder der Kauf eines Trampolins noch ein perfektes Zeitmanagement haben mich vor einem Burn-out gerettet. Wie auch viele andere, war ich Ende Mai mit meinen Nerven am Ende.
    Fußballstadien öffneten sich. Das Frischgezapfte lief wieder.
    Und ich führte Videokonferenzen, jederzeit auf Folgendes gefasst:

    – Mama, ich muss kacken!!!!
    – Warum hat dieser Mann keine Haare?
    – Kann ich noch mehr Salzstangen?
    – Schau, was ich mit der Zahnpasta gemalt habe!
    – Wann darf ich wieder mit Tet spielen?
    – Mein Glas ist kaputt!
    – Hör doch auf zu arbeiten!!!!!!! (Spielzeug, Geschirr oder Bücher gegen meinen Rücken)

    Mein bester Assistent

    Zu meinem Leid packte meinen Sohn noch das Dino-Fieber:
    ich wurde gebissen, gestochen und bespuckt. Und das Ganze vor den Augen meiner Teilnehmer.

    Homeoffice mit Dinos

    Abends um neun, während mein Pachycephalosaurus leise schnarchte, begann meine produktivste Arbeitszeit. Als Ritual schrieb ich jeden Tag:

    1. Wie war der Tag insgesamt?
    2. Freude des Tages?
    3. Challenge des Tages?
    4. Frage für morgen.
    Pause auf dem Tempelhofer Feld

    Ich teilte es dann mit meinen Kollegen bei Blinkist, die auch Eltern waren.
    So begann die gegenseitige Unterstützung, die uns alle ermutigte weiterzumachen.
    Zumindest bis zum nächsten Tag.

    Dann kam der Sommer und mit ihm die Illusion der Normalität.
    Ich konnte Kinderstimmen auf den Spielplätzen hören,  die Erzieherinnen mit Mundschutz begrüßten mich jeden Morgen in der Kita und im August waren wir sogar 8 Tage im Wald zelten!!!

    Zelten am Ellbogensee


    Der Oktober brachte uns zwei Quarantäne. Zum Glück waren wir alle gesund. Seinen 5.Geburtstag feierte mein Sohn ohne Freunde. Die Party konnten wir aber paar Tage später nachholen.

    Mein Sohn wurde fünf

    Mit Notbetreuung und Arbeitsaufteilung kommen wir gut durch den Dezember durch.
    Ich nehme jetzt viele Sachen lockerer, und erwarte nicht mehr von mir selbst perfekte Mutter und perfekte Arbeitskraft zu sein. Zumindest nicht in diesen Zeiten 🙂

     

    Weihnachten und Co

    Dass mein Sohn Ende Dezember nicht seine Großeltern zu Gesicht bekommt ist nichts Außergewöhnliches.
    Unsere Familien leben  nicht gerade um die Ecke (USA / Russland),  Weihnachtsflugpreise sind alles andere als erschwinglich und ich reise sowieso viel lieber im Sommer. 


    Damit wir nicht in ein tiefes Loch aus Gänsebraten und Glühwein reinfallen, laden wir viele Freunde in der Zeit zwischen den Jahren ein. Oder statten selbst einen Besuch ab. Am 25sten lösen wir Kindertheaterkarten ein und am 30ten singen wir fröhlich russische Winterlieder auf dem Jolkafest. Spielt das Wetter mit, fahren wir zum Schlachtensee. Nachdem die Strecke zwischen der S-Bahn und „Fischerhütte“ durchlaufen ist, wartet auf uns heißer Kakao und paar Pommes. Normalerweise. 

     

    Mein Weihnachtsgeschenk: das Spiel Hus

    Dieses Jahr fühle ich mich ziemlich einsam in den Rauhnächten. Und auch ein bisschen eingeschlossen. Nach 1 Stunde Spielplatz habe ich keine Lust auf die frische Luft und bleibe dann doch lieber auf der Couch. Am zweiten Weihnachtstag hat es aber plötzlich geschneit! In Berlin! Auf einmal stand meine Familie draußen, wie bei einem Feueralarm.  Auch wenn der Zauber nur fünf Minuten anhielt, hat es sich gelohnt die warme Stube zu verlassen und sich mit begeisterten Nachbarn zu unterhalten 🙂

    Wenn Eltern zu lange schlafen…

    Was wir dieses Jahr doch geschafft haben – zum Schlachtensee zu fahren! Und es hat sich so was von gelohnt!

    Spiegelspiel am Schlachtensee

    Freu(n)den des Jahres

    Dafür bin ich dieses Jahr besonders dankbar:

    Ich habe jeden Sommertag damit begonnen, meinem Mini-Paradies auf dem Gemeinschaftsdach zu danken.

     

    • Meinen Nachbarn
    • Meinen Freunden

      Mit Freunden auf dem Tempelhofer Feld
    • Kita von meinem Sohn
    • Meine Kursteilnehmer
    • Meine Familie (Partner und Sohn)
    • Ellbogensee
    • Hafen- und Kurbetrieb Hiddensee (Link)

    Was mich 2021 erwartet

    • mehr bloggen
    • mehr Content
    • Wiedersehen mit meinen Eltern
    • „Asta!Asta!Asta!“ Vorstellungen auf Hiddensee
    • Online Voice and Language Coaching
    • Quality time mit meiner Familie

      Mein Motto für 2021 lautet: The Sky is the limit

    Der Ausblick von meinem Dach

    Wenn ich schon dieses Jahr keine Raketen schießen darf, muss ich selbst eine werden!
    So viel zu meinem Motto 2021 🙂
    Was ich genau damit meine und wie meine Reise nach oben aussehen wird verrate ich in meinem ersten Artikel des Jahres. Stay tuned!

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

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